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Donnerstag, 9. März 2017

Verspätete Flitterwochen in London

Letztes Jahr hatte ich das Glück eine Woche nach London zu können, als unsere Fachrichtung an der Uni eine Exkursion angeboten hat. Und mir hats einfach so gut gefallen, dass ich doch tatsächlich meinen Mann überzeugen konnte, das London das perfekte Ziel für unsere verspäteten Flitterwochen ist. Also sind wir vor dem ganzen Faschings-Zeug geflüchtet und haben uns ein paar Tage in London rumgetrieben!

Wir sind von Frankfurt nach Heathrow geflogen und waren morgens um kurz nach 8 da...also erstmal Koffer unterstellen und Frühstücken gehen :)

 Wir waren also im Bethemans Arms im Bahnhof St. Pancras, hatten erstmal ne Kanne Tee und dann noch ein kleines englisches Frühstück.

 Dann sind wir weiter gebummelt zum Bahnhof Kings Cross und haben uns den Harry-Potter-Shop angeschaut. Ich liebe das Teil einfach, es ist mit so viel Liebe dekoriert! Man kommt direkt in die magische Stimmung <3
 Mittags dann weiter zu den Camden Markets. Bummeln und für meine Tribal-Mädels Röcke shoppen!


Tja...und dann traf es uns...Euston und St.Pancras/Kings Cross waren wegen Überfüllung geschlosse und wir mussten bis Angel fahren. Jetzt nicht weiter schlimm....aber doch recht weit vom Hotel weg. Also erstmal ein Prête suchen...die sind ja zum Glück an jeder Ecke...Käffchen trinken und warten bis der Berufsverkehr abebbt. Auch nicht schlimm und wir waren sowieso schon eeeecht müde.


Abends hab ich dann meinen Mann ins Euston Flyer geschleppt. Ich mag das Pub, es ist gemütlich, altmodisch aber modern und ich fühle mich da echt wohl.
 Er konnte fröhlich Biersorten probieren (und hatte keine Ahnung was es jeweils war....scheint aber geschmeckt zu haben) und ich kam mal dazu ein Phili-Cheese-Steak-Sandwich zu probieren :D
Und spätestens jetzt wundert ihr euch bitte nicht mehr: Ja, wir haben gegessen. Viel...dauernd...wir haben jede Chance genutzt an Futter zu kommen, das man hier in unserem Ecken von Deutschland, schmerzlich vermisst.

Freitags hatten wir das unglaubliche Glück einen strahlend blauen Himmel bei ca 10°C zu haben. Also ab nach Kew! Noch so eine Liebe! Der Botanische Garten ist einfach wundervoll und ich könnte Tage dort verbringen. Wenn ihr mal hin kommt: Der Eintritt ist jeden Penny wert!

The Bee Hive in Kew


Draußen vor den Toren des Gartens gibts natürlich auch ein schnuckeliges Café, das "The Greenhouse". 


Am Nachmittag und Abend sind wir dann von Westminster Station die großen Bauten abgelaufen, die Themse runter spaziert, haben einen gaaanz kurzen Abstecher in die Tate Britain gemacht (Lady of Shalot! *kreisch* *fangirl* *umfall*). Letztlich sind wir zum Abendessen dann in Soho gelandet.

 Es gibt da ja so unglaublich viele Restaurants...letztenendes haben wir ne Stunde gesucht bis wir uns dann fürs "Le Henoi" entschieden haben. Der Grund war simpel: Wir kannten noch nicht ein einziges Gericht auf der Karte :D
Also haben wir zwei Dinge bestellt: Etwas total typisches für Vietam und der Bestseller des Hauses. Und beides war unglaublich Lecker. Mein Mann hatte "Combo Pho" was sich als eine Art Suppe-mit-allem herausstellt, ich hatte karamellisierten Schweinebauch mit Kokos und Ei. Oh..und Vorspeise "Cha la lot" hieß das...waren Röllchen aus Bethelnussblättern in die was leckeres eingerollt war :D was auch immer da drin war...

Samstag! Tag es Museums! Ich hab meinen Liebsten ins V&A geschleppt. Auch noch so ein Juwel der Kulturgeschichte. Wir haben uns schlicht nicht alles angesehen, sondern uns einzelne Themen rausgesucht, die uns besonders interessiert haben :)

 Nachmittags waren wir dann auf den Spitalfield Markets. Ja...da gibts auch noch andere Zeug als nur Essen, aber es sah einfach so verdammt gut aus.

 Und ob der ganzen kulinarischen Verlockungen...wir waren im Subways. Aus einem einfachen und simplen Grund: Es gibt da ein Sandwich, dass es in Deutschland nicht gibt.^^

Nach einem kurzen Nachmittags-Schläfchen haben wir uns dann zum Inder in der  Drummond Street.
Wir haben aufgrund der guten Bewertungen der einzelnen Restaurants mit einer Entscheidung schwer getan und sind letztlich wegen eines sehr netten Türstehers im Shah Tandoori gelandet. Als Vorspeise gab es von Haus aus Papadums mit Topping. Ich habe leider keine Ahnung was das im einzelnen für Sößchen sind. Wenn sich da jemand auskennt würde ich mich freuen.
Das braun-orange oben rechts erinnerte an eine typische süß-sauer-Soße, das Grüne war sehr mild, ein wenig süß, ein wenig frisch und mit vielen Kräutern. Das unten links war sehr salzig und das schärfste der drei, es waren glaube ich auch Chilis drin. Dazu gabs dann noch gemischtes Zwiebel-Allerlei :) Den Hauptgang hab ich nicht fotografiert, dazu waren wir zu hungrig ;)

Dann war es auch irgendwie schon Sonntag...wir haben uns dafür das Science Museum und das Natural History Museum ausgesucht. Bei beiden muss ich sagen: Wenn man die Bereiche des Museums erreicht, der für Kinder uninteressant ist, wird es ruhig. Und im SM war gerade eine Ausstellung zum Thema Genetik, die uns beide sehr interessiert hat.
Vitrine zum Thema Albinismus und Mutation


Das NHM ist alleine schon wegen der gigantischen Ausstellungssücke interessant, aber auch hier wirds erst besser, wenn man die Bereiche verlässt die für die Kinder interessant sind. Das klingt jetzt echt als würde ich Kinder hassen...aber es liegt eher an den Eltern. Die Kinder sind begeistert und staunen und wollen alles sehen, aber die Eltern plärren rum, werfen mit Essen und Getränken und rennen den Kindern hinterher (und schubsen dabei). 

Abends haben wr uns dann ins Fogg's gehockt, das hauseigene Restaurant des Hotels. Lecker, entspannt, sehr freundlicher und kompetenter Kellner. Sowohl Fish&Chips als auch Lamb Shoulder & mashed Potatoes waren super :D

Und dann...Montag...wieder heim fliegen. War kurz...aber Zeit zum Frühstücken ist ja immer ;)

Und vor der Abfahrt nach Heathrow noch schnell einen Tiramisu-Cupcake abgesteckt. nomnomnom....ich muss sowas auch mal backen...er hatte einen Schokoteig mit einem Kern aus Kaffee-Knusper-Creme. Umwerfend gut durchdacht!
So viel zum Thema ;) wie ihr seht haben wir London sehr kulinarisch erlebt aber das gehört auch irgendwie dazu. Und wir sind doch so leidenschaftliche Esser <3

Falls ihr mal nach London kommt: Traut euch :D Esst was, was ihr nicht kennt!

Sonntag, 11. Oktober 2015

Buchvergleich - Schnittkonstruktion

Hallo ihr Lieben da draußen.
Es tut mir leid dass es so still gerade ist, aber ihr kennt das ja: Uni und Arbeit gehen vor.

Heut' hab ich aber mal wieder was neues für euch und etwas was ich noch nie gemacht habe:
Ein Buch-Review!

Ich vergleiche hier das Buch „Bekleidung. Schnittkonstruktion für Damenmode“ von Guido Hofenbitzer, erschienen im Europa Lehrmittel Verlag 



mit „Schnittkonstruktionen für Kleider und Blusen“, „Schnittkonstruktionen für Jacken und Mäntel“ sowie „Schnittkonstruktionen für Röcke und Hosen“ von Müller&Sohn.

eines der Bücher stellvertretend für alle drei^^


Zur Aufmachung:
Der Buch von Hofenbitzer ist moderner aufgemacht, es ist wesentlich dicker als die beiden anderen Bücher, das liegt aber auch daran, dass es drei Bücher in einem zusammenfasst ;)
Zudem sind die Bücher von Müller&Sohn durchgehend schwarz/weiß, das Hofenbitzer Buch ist bunt, mir erleichtert das etwas die Orientierung, ist aber nicht super wichtig.

Zum Inhalt:
Das Buch von Hofenbitzer deckt den selben Inhalt ab, wie die drei oben genannten Bücher von Müller&Sohn. Es geht um Blusen/Oberteile/Jacken, Hosen und Röcke für die Dame.
Ich hab euch hier mal die Inhaltsverzeichnisse der Bücher kopiert:
Hofenbitzer
 Link zum großen Bild *klick*
 

Beide Bücher zeigen zu Anfang wie man überhaupt misst und Hofenbitzer stellt im Anhang freundlicherweise noch eine Maßtabelle (und mehr) zum rauskopieren zur Verfügung.
Bei beiden folgt eine Größentabelle, in der man die gemessenen und berechneten Maße kontrollieren kann. Die Maße stimmen auch großteils überein, nur ab und an wurde die Art des Messens oder Berechnens geändert und so kommen andere Maße zu Stande, aber grundsätzlich ist das noch alles kompatibel.

Dann geht’s auch schon loß.
Hofenbitzer startet mit dem einfachsten Projekt: Einem schlichten Rock, danach kommen Hosen, danach Oberteile. Das lässt sich jetzt schlecht mit Müller&Sohn vergleichen, denn da sind es ja drei Bücher und jedem ist es selbst überlassen wo er beginnen möchte. Ich halte aber den Anfang mit einem einfachen Rock für sehr Sinnvoll weil man sich mal grundsätzlich an die Methode gewöhnen kann.

Eines fällt sofort auf: Müller&Sohn ist sehr schlicht, sachlich und kurz gehalten. Man muss viele Begriffe schon wissen oder sie ergoogeln, während Hofenbitzer da doch Anfängerfreundlicher ist. Die Erklärungen sind in handliche Pakete unterteilt, Fachbegriffe sind im Anhang erklärt und die Bilder sind durch die Farbe besser strukturiert.
Hier mal ein Beispiel (Nein ich werde die Bilder nicht in größer zur Verfügung stellen, ich möchte nicht die Urheberrechte der Autoren und Verlage verletzen. Ihr sollt allerdings ja auch was sehen, deswegen hab ich sie sehr klein gemacht...also...ihr kommt nicht drum herum euch das Buch zu kaufen für das ihr euch entscheidet ;) )

Hofenbitzer
 Man sieht die Farbe auf der Mini-Abbildung jetzt nicht mehr so super, aber glaubt mir, sie ist da. Anmerkungen, neue Linien, Markierungen sind jeweils farbig markiert und erleichtern die Orientierung.
Müller&Sohn
 Hier ist alles s/w, zur Orientierung sind alle "Kreuzungen" der Linien mit einer Nummer versehen. Das führt manchmal zu etwas kryptischen Beschreibungen:

"Bei der Hälfte von 10-18 wird rechtwinklig zur Rückenbreitenlinie eine Hilfslinie gezeichnet, die ca. 1cm nach links verlängert wird. 20-21 hier sind rechtwinklig 1,3 - 1,2 cm nach links zu messen (bei den unteren größen weniger, bei den oberen Größen mehr). 12-22 ist die gleiche Strecke wie 10-20. 12-23 diese Strecke beträgt 2cm weniger als die Strecke 10-18 entlange der Rückenbreitenlinie."

An sich ist die Vorgehensweise nahezu gleich. Kleinigkeiten sind geändert worden, hie und da kam mal ein halber cm dazu oder weg, aber die Methode ist en groß die Gleiche.

Aber ich finde dass Hofenbitzer etwas ausführlicher vorgeht. Jedes Großkapitel fängt mit allgemeinen Dingen an. Also Tabellen zu Weiten und Zugaben, Zeichnungen mit verschiedenen Modellen (die die Spezifika der verschiedenen Grundschnitte erklären), Beispiele für Teilelisten (Welche Teile brauche ich, wenn ich eine Jacke nähen will?) was aber wegfällt sind die Erklärungen wie man mit sogenannten „schwierigen Figuren“ umgeht. Das ist wiederum bei Müller&Sohn ausführlich behandelt. Was tue ich, wenn jemand viel oder wenig Oberweite hat? Was bei Rundrücken oder Hohlkreuz? Was bei viel Bauch oder wenig Po? Solche Dinge sind eher für Profis gedacht, die verschiedene Kunden, also auch verschiedene Figuren, bedienen müssen. Hofenbitzer behandelt sie wenig, ist man also selbst davon „betroffen“ muss man eher tüfteln und probieren bis es sitzt.

Die Anleitung zur Schnittverlegung sind bei Hofenbitzer kürzer, er kann also auf weniger Seiten mehr verschiedene Schnittvarianten erklären als Müller&Sohn. Das sehe ich teils als Vorteil, teils als Nachteil. Zum einen wird vorher die Theorie der Nahtverlegung und Schnittänderung besser erklärt, weswegen die Ausführungen später kleiner Ausfallen.
So sieht das bei Hofenbitzer aus, auf der folgenden Seite gibts dann die genaue Erklärung.

Wer regelmäßig auf Pinterest unterwegs ist, kennt die Zeichnung eigentlich schon, sieht nur etwas anders aus, ist aber das gleiche Prinzip


Bei Müller&Sohn wird die Theorie gar nicht erklärt, dafür gibt’s später viel genauere Anleitungen was zu tun ist um zu Ergebnis X zu kommen.
Im ersten Fall ist man aufgeschmissen, wenn man die Theorie nicht versteht, im zweiten Fall bekommt man die Chance nicht, dafür gibt’s (fast) todsichere Anleitungen.
Ich persönlich bin ja für ersteres, aber das muss man selber wissen.

Bei Hosen, Röcken und Mänteln ist die Auswahl bei Hofenbitzer nicht ganz so groß wie bei Müller&Sohn, aber ich empfinde sie als mehr als ausreichend. Weil man ja immer erklärt bekommt, wie man den Grundschnitt abändert, ist man auch nicht ganz so auf vorgefertigte Modelle angewiesen.

Hofenbitzer zeigt manchmal Zeichnungen, bei denen man die Verarbeitung zB eines Bundes erkennen kann. Das hilft einem als Anfänger zwar schonmal weiter, ist aber nicht in allen Fällen ausreichend. Müller&Sohn hat das Thema komplett ausgelagert und bietet dazu eigene Bücher an, die man sich dann dazu kaufen muss. Also weder das eine noch das andere Buch erklären genau die Verarbeitung der Schnitte, darauf muss man entweder selber kommen, die entsprechende Vorkenntnis mitbringen oder Youtube fragen. ;)
In beiden Bücher findet man bei Röcken eine Anleitung zum erstellen des Futters, jedoch nur bei Hofenbitzer auch eine Anleitung für ein Jacken- oder Mantelfutter.

Es gibt aber noch zwei Dinge die ich bei Hofenbitzer besonders loben muss. Das ist zum einen die extrem detaillierte Anleitung zum Erstellen von Krägen und zum anderen die Ärmelschnitte. Ersteres ist bei Müller&Sohn für einen Anfänger schwierig nach zu vollziehen, weil es so knapp abgehandelt wird. Da erklärt Hofenbitzer erst einmal die verschiedenen Begriffe und trumpft mit guten Zeichnungen und schrittweisen Erklärungen auf. Das finde ich super.
Und dann die Ärmel. Die meisten meiner Ärmel entstehen mit der Pi-mal-Daumen Methode die ich mir selber zusammengeschustert habe. Ich hab die Müller&Sohn Ärmel (vor allem der Einnahtärmel mit Abnäher) gefühlte 10.000mal probiert und irgendwas war immer falsch daran. Dann resigniert man und machts anders. Die Ärmelmethode von Hofenbitzer ist fast die gleiche, aber aus irgendeinem Grund passten die sofort beim ersten Versuch (und danach auch noch beim zweiten, dritten, vierten und fünften). Wahrscheinlich hab ich irgendetwas bei Müller&Sohn falsch gelesen oder interpretiert, aber auch hier zeigt sich für mich wieder, dass Hofenbitzer einfacher erklärt. Für Anfänger eben. :)

Und auch noch was tolles bei Müller&Sohn: (Fast) Jede Zeichnung im Buch ist Maßstabsgetreu. Hinten in jedem Buch gibt es daher ein Lineal, dass auf diesen Maßstab angepasst ist. So kann man auf den einzelnen Bildern nochmal genau was abmessen, wenn man sich unsicher ist. Auch ne super Sache, die ich des Öfteren schon benutzt habe.


Fazit:
Wer mit nüchternen Bildern und knappen Erklärungen auskommt, zB weil man Vorbildung hat, wird kein Problem haben mit Müller&Sohn klar zu kommen. Für Anfänger würde ich aber eher das Buch von Hofenbitzer empfehlen. Nicht nur weil es besser strukturiert ist, sondern auch einfach, weil es günstiger ist. ;)
Das Werk von Hofenbitzer kostet rund 50 Euro, die Bücher von Müller&Sohn zwischen 80 und 120 Euro pro Buch. 

Fröhliches Schnittmuster-Basteln!