Montag, 27. März 2017

90,95 Challege - Die Chance für einen neuen Charakter!

Die Epic-Empires Orga hat schon Ende letzten Jahres eine Challenge ins Leben gerunfen.

Die "Schöner LARPen für 90,95"- Challenge! Ziel des Ganzen ist es eine Gewandung zusammen zu stellen, die maximal 90,95 Euro kostet und zwar bis zum 31.3.17.

Alles Material (kein Werkzeug!) außer Nähgarn zählt in die Bilanz mit ein. Deswegen zählen zB Dachbodenfunde auch nicht als "0 Euro weil gefunden" sondern müssen nach Wert verbucht werden.
Schuhe sind optional, man kann auch eine Schuhabtarnung stattdessen machen. Das fand ich echt gut, weil Frauen bzw. Männer mit kleinen Füßen es sehr viel leichter haben an Schuhe zu kommen als Menschen mit großen Füßen.

Aaaber nun zu meinem Beitrag.

Ich wollte schon die ganze Zeit einen neuen Charakter anfangen. Meine Hexe ist gut und schön, aber ich hab auch mal Lust auf was anderes und die Orientalin ist ein Ambiente-Charakter. Also noch was für Action^^

Die Wahl fiel auf eine Bornländische Adlige Jägerin, weil mich die Klamotten aus dem Kulturkreis sowieso immer gefallen haben :D

Meine Vorgehensweise wie so oft: Erst kommt das Moodboard.
Zu dem Zweck liebe ich ja Pinterest, also hab ich da ne Sammlung angelegt. Letztlich hab ich was genommen, was irgendwo zwischen Russland und der Mongolei unterkommen kann. Also eine wilde Mischung aus diversen markanten Stilmerkmalen :D





Beim Material hab ich dann natürlich geschaut was ich so bekomme. Deswegen hat es auch recht lange gebraucht bis ich dann endlich angefangen hab zu nähen, aber man bekommt halt immer nur zwei von drei: Perfekt - Jetzt - Günstig

also hab ich mich für Perfekt und Günstig entschieden :)
Meine Quellen sind auch nicht weiter ungewöhnlich. Ich hab sämtliche Stoff-Läden in der Umgebung abgesucht, war in Pirmasens bei der Firma Kirchhöfer für Leder, aufm Flohmarkt und im Ramschladen :)
zB diese Tüte Allerley vom Flohmarkt


Stoffe mit Fehlern bekommt man auch meist billiger
 Aber zuerst mache ich immer Schnittmuster. Umso besser man kalkuliert was man braucht, umso eher kann man sparen. Es ist einfach ein Unterschied ob ich pro Forma mal einen Meter Leinen kaufe oder ob ich weis, dass ein halber locker reich.


Der Rücken der Tunika
mit den Samtbändern
Dann kam erstmal die Jacke und die Tunika, beide aus dem Schnittmuster oben gemacht. Die Jacke ist länger, die Tunika hat dafür einen weiteren unteren Teil.

Aus einer Restekiste von Depot hab ich zwei Rollen dunkelgrünes Samtband bekommen. Das ganze in Braun hab ich schonmal verarbeitet und fand es toll und so hab ich dran gedacht dort auch mal zu gucken.

Für die Tunika hab ich einen tollen Musterstoff bei Buttinette gefunden und den einfach einmal mit dem grünen Leinen mitgewaschen und schon war er nicht mehr so blendend weiß ;)
Denn: Musterstoffe sind idR billiger als Borte zu kaufen!

Ansonsten hab ich diesmal viel mit der Hand gemacht. Das hat den schlichten Grund, dass ich gerade wirklich viel für die Uni mache und Abends dann einfach keinen Nerv mehr habe noch viel an der NähMa zu sitzen. Dann lieber auf die Couch und sticken, dazu braucht man wenig Hirnschmalz.
Ärmel mit Borte

Saum der Tunika auch mit besagter Borte






Für die Tunika wollte ich eigentlich Brettchenborte. Die ist aber teuer, weil sie auch langwierig in der Herstellung ist. Für die Gewandung hier gings ja aber explizit um günstige Materialien...also selber machen. Meine Brettchenborte-Versuche liegen ein paar Jahre zurück, waren aber schrecklick. Also hab ich etwas rumgesucht und habe Kammweben gefunden. Der Kamm, den man dazu braucht, lässt sich ebenso wie das Schiffchen für einmal auch aus fester Pappe machen (geht beim Brettchen weben aber auch...keine Ausrede!) also hab ich losgelegt. Auf dem Bild seht ihr den improvisierten Kamm, das schiffchen und mein Muster.


Dann ging es weiter mit aufziehen und dann weben. Und ich muss sagen...hat erstaunlichst gut geklappt :)






Danach ging es weiter mit der Jacke.
Die Samtbänder waren schon drauf, dann hab ich bei Buttinette noch orangenes Leinen gekauft, daraus Bänder geschnitten und die auch aufgenäht. Darauf kamen dann noch diese kleinen Musterteilchen aus Bastelfilz.



Und weil Ösen Geld kosten gabs auch keine Metallösen sondern Nestellöcher. Die sehen auch viel schöner aus :)




Dann hab ich noch einen Rest braunen Filz erstehen können, den hab ich bestickt mit dem garn vom Flohmarkt und hab einen Hut draus gemacht. Damit der schön steif wird, kam noch etwas Markisenstoff rein, den gibts beim Markisenladen umsonst, die werfen die Abschnitte sonst nämlich weg. Und der rote Stoff sind die Reste von der Tunika, die haben noch gereicht für ein Hut-Futter, denn dank dem  ganzen Gesticke sah der Hut innen aus wie der Plan zur Eroberung Russlands.

so...das war Teil 1! Teil 2 gibts dann morgen ;)

Donnerstag, 9. März 2017

Verspätete Flitterwochen in London

Letztes Jahr hatte ich das Glück eine Woche nach London zu können, als unsere Fachrichtung an der Uni eine Exkursion angeboten hat. Und mir hats einfach so gut gefallen, dass ich doch tatsächlich meinen Mann überzeugen konnte, das London das perfekte Ziel für unsere verspäteten Flitterwochen ist. Also sind wir vor dem ganzen Faschings-Zeug geflüchtet und haben uns ein paar Tage in London rumgetrieben!

Wir sind von Frankfurt nach Heathrow geflogen und waren morgens um kurz nach 8 da...also erstmal Koffer unterstellen und Frühstücken gehen :)

 Wir waren also im Bethemans Arms im Bahnhof St. Pancras, hatten erstmal ne Kanne Tee und dann noch ein kleines englisches Frühstück.

 Dann sind wir weiter gebummelt zum Bahnhof Kings Cross und haben uns den Harry-Potter-Shop angeschaut. Ich liebe das Teil einfach, es ist mit so viel Liebe dekoriert! Man kommt direkt in die magische Stimmung <3
 Mittags dann weiter zu den Camden Markets. Bummeln und für meine Tribal-Mädels Röcke shoppen!


Tja...und dann traf es uns...Euston und St.Pancras/Kings Cross waren wegen Überfüllung geschlosse und wir mussten bis Angel fahren. Jetzt nicht weiter schlimm....aber doch recht weit vom Hotel weg. Also erstmal ein Prête suchen...die sind ja zum Glück an jeder Ecke...Käffchen trinken und warten bis der Berufsverkehr abebbt. Auch nicht schlimm und wir waren sowieso schon eeeecht müde.


Abends hab ich dann meinen Mann ins Euston Flyer geschleppt. Ich mag das Pub, es ist gemütlich, altmodisch aber modern und ich fühle mich da echt wohl.
 Er konnte fröhlich Biersorten probieren (und hatte keine Ahnung was es jeweils war....scheint aber geschmeckt zu haben) und ich kam mal dazu ein Phili-Cheese-Steak-Sandwich zu probieren :D
Und spätestens jetzt wundert ihr euch bitte nicht mehr: Ja, wir haben gegessen. Viel...dauernd...wir haben jede Chance genutzt an Futter zu kommen, das man hier in unserem Ecken von Deutschland, schmerzlich vermisst.

Freitags hatten wir das unglaubliche Glück einen strahlend blauen Himmel bei ca 10°C zu haben. Also ab nach Kew! Noch so eine Liebe! Der Botanische Garten ist einfach wundervoll und ich könnte Tage dort verbringen. Wenn ihr mal hin kommt: Der Eintritt ist jeden Penny wert!

The Bee Hive in Kew


Draußen vor den Toren des Gartens gibts natürlich auch ein schnuckeliges Café, das "The Greenhouse". 


Am Nachmittag und Abend sind wir dann von Westminster Station die großen Bauten abgelaufen, die Themse runter spaziert, haben einen gaaanz kurzen Abstecher in die Tate Britain gemacht (Lady of Shalot! *kreisch* *fangirl* *umfall*). Letztlich sind wir zum Abendessen dann in Soho gelandet.

 Es gibt da ja so unglaublich viele Restaurants...letztenendes haben wir ne Stunde gesucht bis wir uns dann fürs "Le Henoi" entschieden haben. Der Grund war simpel: Wir kannten noch nicht ein einziges Gericht auf der Karte :D
Also haben wir zwei Dinge bestellt: Etwas total typisches für Vietam und der Bestseller des Hauses. Und beides war unglaublich Lecker. Mein Mann hatte "Combo Pho" was sich als eine Art Suppe-mit-allem herausstellt, ich hatte karamellisierten Schweinebauch mit Kokos und Ei. Oh..und Vorspeise "Cha la lot" hieß das...waren Röllchen aus Bethelnussblättern in die was leckeres eingerollt war :D was auch immer da drin war...

Samstag! Tag es Museums! Ich hab meinen Liebsten ins V&A geschleppt. Auch noch so ein Juwel der Kulturgeschichte. Wir haben uns schlicht nicht alles angesehen, sondern uns einzelne Themen rausgesucht, die uns besonders interessiert haben :)

 Nachmittags waren wir dann auf den Spitalfield Markets. Ja...da gibts auch noch andere Zeug als nur Essen, aber es sah einfach so verdammt gut aus.

 Und ob der ganzen kulinarischen Verlockungen...wir waren im Subways. Aus einem einfachen und simplen Grund: Es gibt da ein Sandwich, dass es in Deutschland nicht gibt.^^

Nach einem kurzen Nachmittags-Schläfchen haben wir uns dann zum Inder in der  Drummond Street.
Wir haben aufgrund der guten Bewertungen der einzelnen Restaurants mit einer Entscheidung schwer getan und sind letztlich wegen eines sehr netten Türstehers im Shah Tandoori gelandet. Als Vorspeise gab es von Haus aus Papadums mit Topping. Ich habe leider keine Ahnung was das im einzelnen für Sößchen sind. Wenn sich da jemand auskennt würde ich mich freuen.
Das braun-orange oben rechts erinnerte an eine typische süß-sauer-Soße, das Grüne war sehr mild, ein wenig süß, ein wenig frisch und mit vielen Kräutern. Das unten links war sehr salzig und das schärfste der drei, es waren glaube ich auch Chilis drin. Dazu gabs dann noch gemischtes Zwiebel-Allerlei :) Den Hauptgang hab ich nicht fotografiert, dazu waren wir zu hungrig ;)

Dann war es auch irgendwie schon Sonntag...wir haben uns dafür das Science Museum und das Natural History Museum ausgesucht. Bei beiden muss ich sagen: Wenn man die Bereiche des Museums erreicht, der für Kinder uninteressant ist, wird es ruhig. Und im SM war gerade eine Ausstellung zum Thema Genetik, die uns beide sehr interessiert hat.
Vitrine zum Thema Albinismus und Mutation


Das NHM ist alleine schon wegen der gigantischen Ausstellungssücke interessant, aber auch hier wirds erst besser, wenn man die Bereiche verlässt die für die Kinder interessant sind. Das klingt jetzt echt als würde ich Kinder hassen...aber es liegt eher an den Eltern. Die Kinder sind begeistert und staunen und wollen alles sehen, aber die Eltern plärren rum, werfen mit Essen und Getränken und rennen den Kindern hinterher (und schubsen dabei). 

Abends haben wr uns dann ins Fogg's gehockt, das hauseigene Restaurant des Hotels. Lecker, entspannt, sehr freundlicher und kompetenter Kellner. Sowohl Fish&Chips als auch Lamb Shoulder & mashed Potatoes waren super :D

Und dann...Montag...wieder heim fliegen. War kurz...aber Zeit zum Frühstücken ist ja immer ;)

Und vor der Abfahrt nach Heathrow noch schnell einen Tiramisu-Cupcake abgesteckt. nomnomnom....ich muss sowas auch mal backen...er hatte einen Schokoteig mit einem Kern aus Kaffee-Knusper-Creme. Umwerfend gut durchdacht!
So viel zum Thema ;) wie ihr seht haben wir London sehr kulinarisch erlebt aber das gehört auch irgendwie dazu. Und wir sind doch so leidenschaftliche Esser <3

Falls ihr mal nach London kommt: Traut euch :D Esst was, was ihr nicht kennt!